Drug Safety – Fingolimod – Gilenya

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
Wissenschaftlicher Fachausschuss der Bundesärztekammer

Drug Safety Mail 2017-27  – Information zu Fingolimod: Britische Arzneimittelbehörde (MHRA) untersucht Hinweise auf Rebound-Effekt nach Absetzen

 27.07.2017 – Information zu Fingolimod: Britische Arzneimittelbehörde (MHRA) untersucht Hinweise auf Rebound-Effekt nach Absetzen

Fingolimod ist seit 2011 zur Behandlung der hochaktiven schubförmig-remittierend verlaufenden Multiplen Sklerose (MS) zugelassen. Als funktioneller Antagonist am Sphingosin-1-Phosphat(S1P)-Rezeptor der Lymphozyten blockiert sein aktiver Metabolit, Fingolimodphosphat, die Lymphozytenmigration aus den Lymphknoten. Hierdurch soll die Infiltration von Lymphozyten, die zur Pathogenese der MS beitragen, in das ZNS vermindert werden. Darüber hinaus bindet Fingolimodphosphat an den S1P-Rezeptor auf den Nervenzellen im ZNS (1).

Die Britische Arzneimittelbehörde (Medicines and Healthcare products Regulatory Agency, MHRA) informiert auf dem Boden von zwei aktuellen Publikationen über mögliche Rebound-Effekte nach Absetzen von Fingolimod (2;3). In einer retrospektiven Auswertung von Krankenakten (2) wurden in einem Zeitraum von zwei Jahren 46 Patienten identifiziert, die aus unterschiedlichen Gründen Fingolimod abgesetzt haben und teilweise auf andere verlaufsmodifizierende Arzneimittel umgestellt wurden. Fünf Patientinnen erlitten innerhalb von 4 bis 16 Wochen nach Absetzen von Fingolimod MS-Schübe. Die Schübe wurden als Rebound nach Absetzen von Fingolimod eingeschätzt, da sie unerwartet schwer und vom Auftreten zahlreicher neuer T2-Läsionen oder kontrastmittelanreichernder Läsionen im kranialen MRT begleitet waren. In einer zusätzlichen Literaturrecherche identifizierten die Autoren elf weitere, ähnliche Patienten (2). Eine Beobachtungsstudie (3) berichtet über neun Patienten (5 w, 4 m), die im Rahmen einer Umstellung von Fingolimod zu Alemtuzumab ebenfalls unerwartet schwere Schübe erlitten und/oder kernspintomographische Krankheitsaktivität zeigten (neue T2-Läsionen, kontrastmittelanreichernde Läsionen (3).

Derzeit wird die verfügbare Evidenz für dieses Risikosignal durch verschiedene nationale Arzneimittelbehörden und die Europäische Arzneimittel-Agentur bewertet. Nebenwirkungen einschließlich möglicher Rebound-Effekte nach Absetzen von Fingolimod sollten der AkdÄ gemeldet werden.

Literatur

  1. Novartis Pharma GmbH: Fachinformation „Gilenya®“. Stand: Januar 2017.
  2. Hatcher SE, Waubant E, Nourbakhsh B et al.: Rebound Syndrome in Patients With Multiple Sclerosis After Cessation of Fingolimod Treatment. JAMA Neurol 2016; 73: 790-794.
  3. Willis M, Pearson O, Illes Z et al.: An observational study of alemtuzumab following fingolimod for multiple sclerosis. Neurology(R) neuroimmunology & neuroinflammation 2017; 4: e320.

Quelle: Arzneimittelkommision der deutschen Ärzteschaft

Behandlung von Multipler Sklerose Rettender Augen-Blick?

Behandlung von Multipler Sklerose Rettender Augen-Blick?

Netzhaut-Untersuchung
Bei einer Netzhaut-Untersuchung am Auge eines MS-Patienten können für die Behandlung wichtige Informationen gesammelt werden. Foto: Holger John – Quelle: http://www.mz-web.de/27990248 ©2017

Halle (Saale) 

Ein blaues Lichtsignal flimmert auf schwarzem Hintergrund, ein Pfeil fährt über den Bildschirm. Es fühlt sich an wie eine ganz normale Augenuntersuchung. Wenige Minuten später ist der Scan eines dreidimensionalen Längsschnitts der Netzhaut als hochauflösende Computergrafik zu sehen.

Mit dem Licht durch das Auge ins Gehirn blicken – das kann die Technik namens „Optische Kohärenztomographie“, kurz OCT, welches am Krankenhaus Martha Maria in Halle-Dölau für ein neues Forschungsprojekt an Patienten eingesetzt wird, die an Multipler Sklerose (MS) leiden.

Multiple Sklerose ist vielfältig

Wie der Chefarzt der Neurologie am Martha Maria, Dr. Frank Hoffmann, erläutert, besteht die Kunst in der MS-Therapie darin, die Medikation dem jeweiligen Krankheitsgrad anzupassen. Denn Multiple Sklerose ist vielfältig, der Verlauf genauso. Nicht umsonst wird sie die Krankheit der 1.000 Gesichter genannt. Insgesamt gibt es 13 zugelassene Medikamente in der MS-Therapie.

Viele davon hochwirksam und aggressiv und mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden. Ob das OCT-Verfahren künftig zur Therapiesteuerung eingesetzt werden kann, das soll mit der Studie in den nächsten vier Jahren an insgesamt 100 MS-Patienten herausgefunden werden werden.

Mischung aus Laser- und Infrarottechnik

Und das funktioniert so: Mit einer Mischung aus Laser- und Infrarottechnik können die Nervenzellenschichten am Augenhintergrund so präzise dargestellt werden, dass bereits eine minimale Verdünnung jener Schicht erkannt und so rechtzeitig Alarm geschlagen werden kann. Denn das Absterben von Nervenzellen der Netzhaut geht oft mit einer MS-Erkrankung einher.

Mittels dieser nicht operativen diagnostischen Methode soll im besten Fall bei an Multiple Sklerose erkrankten Patienten der Zeitpunkt festgestellt werden, an dem die meist schubförmig verlaufende Krankheit in eine chronische, sich laufend verschlechternde Form umzukippen droht. Denn dann muss sofort anders therapiert werden, um eine zunehmende Behinderung wie Sehverlust oder Gehschwäche zu vermeiden. Deshalb nennt Hoffmann das Gerät auch „den Seismographen für den Tsunami“.

50.000 Euro an Fördermitteln erhalten

„Je früher man einhakt und die Medikation umstellt, desto eher besteht die Chance das Leiden und eine Verschlechterung zu stoppen“, erläutert der Chefarzt. Es gehe darum, der Krankheit einen Schritt voraus zu sein. „Diese Untersuchung ist unabhängig von aktuellen Beschwerden und total unbelastend für den Patienten.“

Für das Forschungsprojekt hat das Krankenhaus von der Bayerischen Cyliax-Stiftung 50.000 Euro an Fördermitteln erhalten. Die Klinik erhält für die Durchführung der OCT Untersuchungen, die wissenschaftliche Erhebung der Daten, die Erstellung einer Statistik und die wissenschaftliche Auswertung im Schnitt 500 Euro pro Patient. (mz)

Quelle: http://www.mz-web.de/27990248 / ©2017

MRT – Ema schränkt Verwendung von Kontrastmittel ein…

Magnetresonanz­tomographie: EMA schränkt Verwendung von Gadolinium-Kontrast­mitteln ein

Sonntag, 23. Juli 2017

(c) Entropia – stock.adobe.com

London – Eine mögliche Ablagerung von Gadolinium im Gehirn und anderen Organen veranlasst die Europäische Arzneimittel-Agentur, die Verwendung von sogenannten linearen Kontrastmitteln bei der Magnetresonanztomographie (MRT) einzuschränken und teilweise zu verbieten. Für die makrozyklischen Kontrastmittel gibt es keine Restriktionen.

Gadoliniumhaltige Kontrastmittel galten lange als unbedenklich, obwohl das Metall Gadolinium hochtoxisch ist. Gadolinium ist jedoch fest in Chelate gebunden, mit denen es nach kurzer Zeit wieder aus dem Körper ausgeschieden wird. Mittlerweile steht jedoch fest, dass sich Gadolinium unter bestimmten Bedingungen dauerhaft im Gewebe ablagern kann. Eine mögliche Folge ist die nephrogene systemische Fibrose, die 2006 mit der Verwendung von Gadolinium-Kontrastmitteln in Verbindung gebracht wurde. Dies hat zu einer Einschränkung der Kontrastmitteluntersuchung bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen geführt.

Seit einigen Jahren haben sich Hinweise verdichtet, dass Gadolinium auch im Gehirn abgelagert werden kann. Zuerst wurden bei Patienten, die mehrfach gadoliniumhaltige Kontrastmittel erhalten haben, persistierende Hyperintensitäten in späteten MRTs gesichtet, die ohne Kontrastmittel durchgeführt wurden. Später wurde die seltene Erde auch in Autopsien im Gehirn nachgewiesen. Die meisten Ablagerungen finden sich in den Basalganglien. Bislang konnten keine gesundheitlichen Schäden nachgewiesen werden. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass langfristig das Risiko von degenerativen Hirnerkrankungen ansteigen könnte.

Die makrozyklischen Kontrastmittel mit Gadobutrol, Gadotersäure und Gadoteridol sind nicht von den Einschränkungen betroffen. Sie dürfen weiterhin in ihren aktuellen Indikationen verwendet werden, die EMA rät allerdings dringend, die Kontrastmittel nur zu verwenden, wenn eine Kontrastbildgebung erforderlich ist. In diesem Fall sollte die niedrigst mögliche Dosis verwendet werden.

Quelle: © rme/aerzteblatt.de

Schlag ins Gesicht – Neue Bauminsterin erzürnt Behinderte

20. Juli 2017 | 09.34 Uhr / Düsseldorf

(c) stux / Pixabay

Ich halte mich normalerweise aus politische Diskussionen heraus. Aber da ich auch eine rollstuhlgerechte Wohnung suche, ist das ein Schlag ins Gesicht für Behinderte.

Ich wünsche niemanden, im Rollstuhl zu sitzen, aber mittlerweile gibt es einige Personen, denen ich es ganz herzlich gönne – um einmal die Erfahrungen zu machen, damit sie von ihrem hohen Ross runterkommen! Vielleicht ändert sich dann das Verständnis für Leute mit Handicap!


Bauministerin erzürnt Behinderte!

Düsseldorf

Die im Dezember verabschiedete Landesbauordnung soll ausgesetzt werden.

Von Thomas Reisener

Gleich mit ihrer ersten größeren Amtshandlung als NRW-Landesbauministerin polarisiert Ina Scharrenbach (CDU). Opposition und Behindertenverbände werfen der Multi-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung vor, die Interessen Behinderter zu gefährden. Die Immobilienwirtschaft jubelt hingegen.

Wie im Koalitionsvertrag verabredet hat Scharrenbach ein Moratorium für die Landesbauordnung angekündigt. Die im Dezember von der rot-grünen Vorgängerregierung nach jahrelangen Verhandlungen beschlossenen Vorgaben für Bauvorhaben sollen frühestens Ende 2018 und damit ein Jahr später als geplant in Kraft treten. Bis dahin sollen Bauanträge im Wesentlichen nach dem alten Recht aus dem Jahr 2000 genehmigt werden.

Damit kommen Bauherren vorerst um neue Auflangen für behindertengerechtes Bauen herum: Die jüngste Neuregelung sah vor, dass bei Neubauten mit mehr als acht Wohnungen eine, bei mehr als 15 Wohnungen zwei Wohneinheiten rollstuhlgerecht nutzbar sein müssen. Bei Neubauten mit mehr als zwei Wohnungen sollten die Wohnungen zumindest eines Geschosses vollständig barrierefrei sein.

Die neue Landesregierung sieht in der Novelle ein Hemmnis für Neubauten, weil sie zu viele kostentreibende Auflagen enthalte. „Baukostensteigernde Regulierungen und Vorgaben werden wir auf den Prüfstand stellen. Das Ziel der neuen Landesregierung ist es, ein Klima für Neubau zu schaffen“, sagte gestern Scharrenbachs Sprecher.

In vielen Ballungsräumen des Landes, zum Beispiel in Düsseldorf, herrscht Wohnungsnot. Derzeit werden landesweit jährlich 25.000 Wohnungen zu wenig gebaut. Experten machen dafür die gestiegenen Baukosten verantwortlich: Studien beziffern den Baukosten-Zuwachs der vergangenen 15 Jahre auf knapp 50 Prozent.

Umgekehrt beklagen die Behindertenverbände, dass es vor allem an preiswerten Wohnungen für behinderte Menschen fehle. In NRW leben 350.000 Rollstuhlfahrer. Nach Angaben des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VWD) ist eine rollstuhlgerechte Wohnung bis 15 Prozent teurer als eine reguläre. Der Verband lehnt die pauschalen Quoten der Novelle ab, weil der Bedarf regional sehr unterschiedlich sei. Er will, dass der Markt Angebot und Nachfrage zusammenführt, und begrüßt das Moratorium. Andere Immobilienverbände argumentieren ähnlich.

Der Landeschef des Sozialverbands VdK, Horst Vöge, hält dagegen: „Mit der Novelle hatte NRW bislang eine Vorreiterrolle. Wenn die Verbesserungen für behinderten- und seniorengerechtes Wohnen nun ausgesetzt werden, wirft das die Betroffenen um Jahre zurück.“ Grünen-Fraktionschef Arndt Klocke erhebt persönliche Vorwürfe gegen Scharrenbach: „Scharrenbachs Schritt ist ein Dankeschön an ,Haus und Grund‘ für die geleistete Wahlkampfhilfe.“ Die Aussetzung der Bauordnung sei nicht nachvollziehbar. „Kein Regelwerk wurde in der letzten Legislaturperiode so intensiv diskutiert wie die neue Landesbauordnung“, so Klocke.

Josef Neumann von der SPD-Fraktion im Landtag sagt: „Es ist zu befürchten, dass die vorgesehenen Verbesserungen bei der Barrierefreiheit von Gebäuden schlichtweg rückgängig gemacht werden.“

Entschieden ist das noch nicht. Nach den Parlamentsferien wird der Landtag sich mit dem Moratorium und einer Neufassung zur Neufassung der Landesbauordnung befassen.

Quelle: RP-Online

Jeder kann in Kürze das Kreuz an der richtigen Stelle machen!
Sie können es mit entscheiden!

 

Ich habe es immer gewußt – jetzt ist es bestätigt! 😂

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht einer US-Studie nach das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Krebs. Die Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko signifikant erhöht.

Von Peter Leiner

Langes Arbeiten riskant fürs Herz

Wer lange arbeitet, riskiert seine Gesundheit in mehrerer Hinsicht, so eine US-Studie.

© Kaspars Grinvalds / stock.adobe.com

HOUSTON. Ab wann beeinträchtigt die Wochenarbeitszeit spürbar die Gesundheit? Vor 20 Jahren wurde vorgeschlagen, den Grenzwert zwischen 48 und 56 Stunden pro Woche anzulegen. Andere legten sich auf 48 und manche auf 40 Stunden pro Woche fest.

Forscher um Dr. Sadie Conway von der Universität von Texas/Houston haben nun einen neuen Anlauf unternommen, um einen realistischeren Grenzwert zu ermitteln (Am J Epidemiol 2017; 186 (2): 173-183).

Sie stützten sich dabei auf die Daten der Panel Study of Income Dynamics (PSID), einer laufenden Längsschnittstudie in den USA, die 1968 begonnen wurde und die Daten von mehr als 18.000 Menschen dokumentiert hat. Für mehr als 3000 Publikationen wurden die verfügbaren Daten bereits genutzt.

Fokus auf Arbeitszeit gelegt

Für die aktuelle Studie wurden nur Teilnehmer berücksichtigt, für die Daten zur Arbeitszeit in einem Gesamtzeitraum von 25 Jahren über mindestens zehn Jahre vorlagen. Sie wurden drei Kohorten mit zusammen mehr als 2300 Teilnehmern zugeordnet:

1.) solchen, bei denen in regelmäßigen Befragungen seit 1986 Angaben zum allgemeinen Gesundheitsstatus erhoben wurden,

2.) solchen, bei denen seit 1999 nach kardiovaskulären Erkrankungen wie Hypertonie, Herzinfarkt, Angina pectoris und Schlaganfall gefragt wurde,

3.) sowie Teilnehmern, bei denen – ebenfalls seit 1999 – in regelmäßigen Befragungen geprüft wurde, ob sie erstmals an Krebs (außer an Hautkrebs) erkrankt waren.

Um einen Grenzwert für die Wochenarbeitszeit zu ermitteln, nutzten Conway und ihre Kollegen univariate Testsysteme, mit denen der am besten passende Wert zwischen 36 und 65 Wochenstunden ermittelt wurde.

Fast jeder zweite Studienteilnehmer machte Angaben zu mindestens einer der drei vorgegebenen Kategorien.

Ab 52 Stunden wird es sehr riskant

42% – um soviel erhöht war das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen ab einer Arbeitszeit von 52 Wochenstunden im Vergleich zu Menschen mit nur 35 bis 51 Wochenarbeitsstunden. Das Krebsrisiko war um 62 Prozent erhöht.

Nach Anwendung eines speziellen statistischen Programms errechneten die Wissenschaftler einen Grenzwert von 52 Wochenstunden, ab dem das Risiko etwa für kardiovaskuläre Erkrankungen oder Krebs signifikant erhöht ist.

Sie waren überrascht, dass dieser Grenzwert ihren Berechnungen zufolge offenbar für alle drei vorgegebenen Parameter gleichermaßen gilt.

Im Vergleich zu Menschen mit 35 bis 51 Wochenarbeitsstunden waren das Risiko für einen schlechten Gesundheitszustand um 28 Prozent und das für kardiovaskuläre Erkrankungen und Krebs um 42 beziehungsweise 62 Prozent erhöht.

Diejenigen, die mindestens 52 Wochenarbeitsstunden angaben, waren vorrangig männlich, verheiratet, selbstständig und nicht traditionell etwa per regelmäßiges Gehalt entlohnt.

Die Autoren geben zu bedenken, dass sie für ihre Berechnungen keinen Korrekturparameter genutzt haben, sodass Verzerrungen des Ergebnisses durchaus möglich seien. Außerdem sei der Grenzwert von 52 Wochenarbeitsstunden nur ein erster Hinweis, der in künftigen Multivariatstudien überprüft werden müsse.

Rote-Hand-Brief zu Zynbryta® (Daclizumab)

Drug Safety Mail 2017-24

17.07.2017 – Rote-Hand-Brief zu Zynbryta® (Daclizumab): Einschränkungen für die Anwendung angesichts von fulminanter Leberinsuffizienz mit tödlichem Verlauf

Daclizumab ist ein humanisierter monoklonarer IgG1-Antikörper und wird angewendet zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose (MS).

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) überprüft derzeit das Risiko einer Leberschädigung im Zusammenhang mit Daclizumab. Hintergrund ist ein tödlich verlaufenes akutes Leberversagen bei einer Patientin aus Deutschland nach vier Injektionen von Daclizumab trotz vorschriftsmäßiger Kontrollen von Leberenzymen und Bilirubinwerten (vgl. Drug Safety Mail 2017-21). Das Risiko für Leberschädigungen im Zusammenhang mit Daclizumab ist bereits bekannt (siehe Fachinformation). Berichte zu weiteren Fällen von schwerwiegender Leberschädigung liegen vor.

Bis zum Abschluss des Verfahrens gelten folgende, einstweilige Empfehlungen:

  • Daclizumab soll nur angewendet werden zur Behandlung von schubförmiger MS bei erwachsenen Patienten mit
    • hochaktiver Erkrankung trotz Behandlung mit einem vollständigen und angemessenen Zyklus mit mindestens einer krankheitsmodifizierenden Therapie oder
    • rasch fortschreitender, schwerer schubförmiger MS, für die andere krankheitsmodifizierende Therapien nicht geeignet sind.
  • Daclizumab ist kontrainidiziert bei Patienten mit vorbestehender Lebererkrankung oder Leberfunktionsstörung.
  • Bei anderen gleichzeitig auftretenden Autoimmunerkrankungen wird ein Therapiebeginn nicht empfohlen.
  • Bei der gleichzeitigen Anwendung von anderen hepatotoxischen Arzneimitteln (einschließlich nicht verschreibungspflichtiger und pflanzlicher Präparate) ist Vorsicht geboten.
  • Die Serumtransaminase- und Bilirubinwerte müssen während der Therapie und bis einschließlich vier Monate nach der letzten Daclizumab-Dosis so oft kontrolliert werden, wie es klinisch angezeigt ist, mindestens jedoch einmal im Monat.
  • Patienten sollen auf Anzeichen und Symptome einer Leberschädigung überwacht werden und bei Auftreten unverzüglich an einen Hepatologen überwiesen werden. Patienten sollen aufgeklärt werden, worauf sie achten müssen.
  • Für jeden Patienten, der Daclizumab anwendet, soll überprüft werden, ob dies weiterhin eine geeignete Behandlung ist.
  • Wenn kein ausreichendes Ansprechen auf die Therapie erreicht wurde, ist ein Absetzen in Erwägung zu ziehen.

Rote-Hand-Brief – Zinbryta (Daclizumab)

(c) Planet Wissen

Rote-Hand-Brief: Zinbryta (Daclizumab)

Einschränkungen für die Anwendung von Zinbryta (Daclizumab) angesichts von fulminanter Leberinsuffizienz mit tödlichem Verlauf

Rote-Hand-Brief: Zinbryta – Daclizumab (17.07.2017) (pdf, 637 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Weitere Informationen:

Thema Bewilligung…

(c) Thorben Wengert pixelio.de

Da es in den Foren immer wieder zu der Frage kommt, „bewilligt mir die Krankenkasse das?“ oder „Die Krankenkasse hat abgelehnt!“  habe ich unter den Thema „Bewilligung und Krankenkasse“ einige Tipps zusammengestellt, die dabei helfen kann, ein angestrebtes Hilfsmittel zu bekommen. Das das nicht immer klappt, liegt in der Natur der Dinge. 

Aber mit den Tipps sollten die Erfolgschancen steigen, ein gewünschtes Hilfsmittel zu bekommen. 
Die Tipps stammen aus vielen Gesprächen mit Leidensgenossen/innen, aber auch aus eigenen (teils negativen) Erfahrungen.

Dazu gibt es einen kleinen Überblick über den Aufbau z.B. G-BA, Krankenkassen, Hilfsmittelverzeichnis, etc.,um die Hintergründe zu verstehen.

Ist alles zusammen getragen worden und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da ich es nicht studiert habe und auch kein Rechtsanwalt bin. Einen großer Teil wurde auch recherchiert, weil meine eigene Krankenkasse mit diversen nicht haltbaren „Ausreden“ Verordnungen immer wieder abgelehnt hat, die ich dann widerlegen konnte. 

Ich hoffe, dass es hilft, Bewilligungen für Hilfsmittel einfacher zu bekommen…

Viel Erfolg!

Neues zur Lyphmdrainage

Lymphdrainage ab Stadium II wirtschaftlich

Im Diagnosenkatalog zum langfristigen Heilmittelbedarf ist das Lymphödem jetzt breiter gefasst.

BERLIN. Mitte März hatte der Gemeinsame Bundesausschuss eine Anpassung der Anlage 2 der Heilmittelrichtlinie (Diagnosen zum langfristigen Heilmittelbedarf) entsprechend neuer ICD-10-Klassifizierungen der Erkrankungen des Lymphsystems beschlossen. Dieser Beschluss ist nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 29. Mai jetzt in Kraft getreten. Infolgedessen sind jetzt auch Lymphödeme vom Stadium II als Erkrankungen mit langfristigem Heilmittelbedarf anerkannt. Darauf weist aktuell die KBV hin: „Dadurch unterliegen Verordnungen von manueller Lymphdrainage für Lymphödeme des Stadiums II und III nicht der Wirtschaftlichkeitsprüfung und die Ärzte werden entsprechend entlastet“. In den Praxisverwaltungssystemen werde die Änderung ab 1. Juli berücksichtigt, heißt es weiter.

Statt drei, jetzt 14 Diagnosen

Die aktuelle Version des ICD-10 ermögliche „erstmalig eine differenzierte und Stadien bezogene Abbildung des Lymphödems“, begründet der Gemeinsame Bundesausschuss die Änderung der Heilmittelrichtlinie. Bisher gab es zum Lymphödem drei Kodierungen: die ICD 189.0 („Lymphödem, andernorts nicht klassifiziert“), die 197.2 (Lymphödem nach Mastektomie“) sowie die Q82.0 („Hereditäres Lymphödem“). Die neue Klassifizierung differenziert dagegen in 14 Diagnosen.

Mit dem jüngsten GBA-Beschluss erfolgt zudem eine Klarstellung im Heilmittelkatalog, dass bei den Indikationen Prostatitis und Adnexitis (unter „4. sonstige Erkrankungen“, Zeile SO5) vorrangig Wärmetherapien mittels Peloidbädern oder auch Warmpackungen indiziert sind. Die bisherige Formulierung „Wärmetherapie (Peloidbäder)“, erläutert der GBA, hätte zu dem Missverständnis verleiten können, dass Wärmetherapie ausschließlich mittels Peloidbädern gemeint sei. Wörtlich lautet die Heilmittelvorgabe jetzt „Wärmetherapie (mittels Peloidbädern/Warmpackungen)“. (cw)

Quelle: Ärztezeitung.de 

Weitere Links bei Reisen und Geräten eingefügt…

Neue Themen und Links…

Der Sommer naht und damit auch die Urlaubszeit. Aber Personen mit Handicap, die vielleicht auf Pflege oder Rollstuhl angewiesen sind, haben u.U. Probleme in Urlaub zu fahren.

Unter dem Thema „Reisen & Urlaub“ habe ich viele Angebote in verschiedenen Ländern zusammen gesucht und versucht, diese ein bisschen zu gruppieren.

Ihr findet dort Agenturen und Organisationen, die Reisen für Leute mit Handicap anbieten, egal mit welcher Behinderung, als Agentur oder Reisebüro, aber auch als einzelner Anbieter mit eigenem Internetauftritt. Dabei reicht das Spektrum von Gehbehinderung (barrierefreier Zugang) bis zum Urlaub mit (Voll-)Pflege. Auch können Hilfsmittel, Physio, Betreuung etc. unter Umständen mit gebucht werden.
Einige Tipps runden die Sache weiter ab.

Aber gerade im Sommer, wenn Temperaturen schnell einmal über 30° Grad erreicht werden oder der Tagesausflug zur Sauna wird, wenn das Auto abgestellt wurde, ist etwas absolut wichtig, dass Medikamente gut gekühlt werden.

Dabei muss man unterscheiden, ob es sich um Medikamente handelt, die „nur“ gekühlt werden müssen oder bei denen die Kühlkette nicht unterbrochen werden sollte. Das gilt für MS-Medikament ebenso wie z.B. für Insulin oder aber auch andere Präparate…

Ich habe daher verschiedene Kühlgeräte recherchiert, von der einfachen Kurzzeitlösung mit Eis (was auch u.U. dem Medikament Probleme bereiten kann, siehe Anmerkungen auf der Seite) hin bis zu hochwertigen Kühlsystemen, die auch u.U. gefrieren können. Von kleinen Taschenprodukten über tragbaren Modellen mit Kühlakku bis zu mobilen Geräten mit Kompressor, z.B. für den Einsatz im Auto oder beim Camping.

Viel Spass beim Stöbern… und wie immer, gefällt die Seite – bitte weiterempfehlen… 😉

 

ReWalk – die ersten Schritte trotz Querschnitt…

 

 

Hallo zusammen…

Es gibt was Neues… und aus diesem Grund schreibe ich hier einmal nicht über andere Dinge, sondern über mein erstes Meet & Greet mit ReWalk.

Dazu habe ich eine neue Seite unter HCP – Welten eingeführt und dort meine ersten Erfahrungen und Schritte aufgeschrieben und dokumentiert.

Ich hoffe, dass das „Projekt“ ReWalk für mich Realität wird und mir so zu mehr persönlicher Freiheit verhilft. Daher beschreibe ich im Laufe der Zeit auf der Seite Schritt für Schritt die einzelnen Stufen, Erfahrungen und natürlich – hier ein – big grins – den kommenden Ärger mit der Krankenkasse…

Wie das Ganze letztlich endet, weiß ich nicht, aber ich hoffe durch die Veröffentlichung, dass der ein oder andere sich auch den Ruck gibt und wieder versucht auf „die Beine“ zu kommen…

Bilder und Video´s habe ich auch eingestellt, um vielleicht Ängste oder Bedenken auszuräumen… Viel Spass… 😂

==> Hier geht´s direkt zu Seite <==

 

 

Einige Fakten über den ReWalk:

Das akkubetriebene System umfasst ein leichtes, am Körper tragbares Exoskelett mit Motoren an den Hüft- und Kniegelenken. Der ReWalker kontrolliert die Bewegungen mit geringfügigen Verlagerungen seines Körperschwerpunkts. Eine vorwärts Beugung des Oberkörpers wird vom System wahrgenommen, was den ersten Schritt initiiert. Durch eine wiederholte Verlagerung des Körpergewichts wird eine Reihe von Schritten ausgelöst, die den normalen Bewegungsablauf der Beine mit einer Gehgeschwindigkeit von bis zu 0,71 m/s (2,6 km/h)** nachahmt.

  • Beste Passgenauigkeit: Das 6.0-System wird an die Körpermaße des Nutzers angepasst und individuell gefertigt. Die hohe Passgenauigkeit verbessert die Systemfunktion, Sicherheit und Gelenkausrichtung erheblich.
  • Höchste Schrittgeschwindigkeit: Bei klinischen Studien mit dem Rewalk-System erreichten Nutzer eine Geschwindigkeit von bis zu 0,71 m/s (2,6 km/h). Damit ist Rewalk 6.0 das schnellste Exoskelett auf dem Markt.
  • Optimiertes und schlankes Produktdesign: Rewalk 6.0 benötigt keinen Rucksack mehr für den Transport der Energieversorgung und der Steuerelektronik. Das entlastet nicht nur die Schultern der Träger, sondern bietet neben mehr Auswahl bei der täglichen Kleidung auch eine gesteigerte Bewegungsfreiheit. Das schlanke, neue Design der Gurte und Polsterung ermöglicht den Anwendern ein leichteres und schnelleres An- und Ablegen des Systems.

 

Mehr als Gehen – Vorteile für die Gesundheit

ReWalk ist das meist erforschte Exoskelett und die klinischen Studien zeigen, dass Stehen und Gehen im ReWalk potenzielle gesundheitliche Verbesserungen mit sich bringt, wie z.B.:

• Geringere Medikamenteneinnahme für bestimmte Beschwerden
• Verbesserte Blasen- und Darmfunktion
• Verbesserung der psychischen Verfassung
• Besserer Schlaf und weniger Müdigkeit
• Verringerung des Körperfettanteils
• Weniger Schmerzen
• Verbesserung von Haltung und Gleichgewicht

Multiple Sklerose: Rezeptor identifiziert…

GRUNDLAGENFORSCHUNG

Multiple Sklerose: Rezeptor identifiziert

Eine Forschergruppe der Universitätsmedizin Mainz hat jetzt einen Mechanismus entdeckt, der es T-Zellen erleichtert, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren und in das Zentrale Nervensystem (ZNS) einzuwandern. Diese Entdeckung eröffnet einen Ansatz, neue Medikamente zu entwickeln, die genau an diesem Punkt der Krankheitsentwicklung ansetzen.

© FOTOLIA, AG VISUELL

Nervenzelle, Myelinscheide

Die sogenannte Blut-Hirn-Schranke bildet bei der Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose (MS) ein wichtiges Hindernis für körpereigene T-Zellen, die das zentrale Nervensystem im Gehirn angreifen. Diese müssen T-Zellen überwinden, um in das Gehirn einzudringen. Wie das funktioniert, wollen Forscher weltweit ergründen.
Dr. Florian Kurschus vom Institut für Molekulare Medizin der Universitätsmedizin Mainz hat gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe herausgefunden, dass das als EBI2 bezeichnete Protein auf der Oberfläche von T-Zellen wesentlich dazu beiträgt. Dieses Forschungsergebnis wurde jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Cell Reports veröffentlicht. EBI2 fungiert als Rezeptor beziehungsweise Zielprotein, für ein bestimmtes als „Ligand“ bezeichnetes Molekül, das 7a,25-Dihydroxycholesterol. Dieser Ligand wird von bestimmten Enzymen aus Cholesterin produziert. EBI2 ermöglicht es den Immunzellen, schneller und effizienter in das Gehirn einzuwandern. Dabei gilt: Je höher die Konzentration des Liganden, desto schneller und effizienter können die Immunzellen ins Gehirn vordringen und dort Gewebeschäden anrichten.
Zu dieser Erkenntnis kamen die Wissenschaftler um Dr. Kurschus, als sie nachweisen konnten, dass in entzündeten Gehirnarealen von MS-Patienten besonders viele Zellen mit hohen Mengen des Rezeptors EBI2 angesammelt sind. „Diese Daten legen den Schluss nahe, dass im Menschen der Rezeptor und eine erhöhte Ligandenkonzentration zur Einwanderung von T-Zellen und somit zur Erkrankung des ZNS beitragen“, unterstreicht Dr. Florian Wanke, der die Experimente in der Arbeitsgruppe von Dr. Kurschus hauptsächlich durchführte.
In einem ersten Schritt untersuchten die Wissenschaftler in einem Tiermodell der Multiplen Sklerose was bei einer Entzündung passiert. Sie konnten zeigen, dass zu Beginn einer Entzündung der Anteil der Enzyme, die für die Ligandenproduktion wesentlich sind, im ZNS erhöht ist. „Je mehr von diesen Enzymen aktiv sind, desto höher ist auch die Anzahl der Liganden, die T-Zellen über die Blut-Hirn-Schranke einschleusen können“, sagt Dr. Kurschus. „Es erschloss sich uns folglich, wie die erhöhte Ligandenproduktion im entzündeten ZNS Gewebe zustande kommt“, ergänzt Herr Kurschus.
Da Rezeptoren wie EBI2 (sogenannte G-Protein-gekoppelte Rezeptoren) ein hohes Potential als Angriffspunkte für neue Medikamente darstellen, sind sie für die MS-Forschung in hohem Maße interessant. „Für den Rezeptor EBI2 sind bereits mögliche therapeutische Ansatzpunkte bekannt, die wir in Zukunft in MS-Modellversuchen auf ihre Wirksamkeit testen wollen.
Über die Krankheit Multiple Sklerose hinaus, könnte dieser Rezeptor aber auch eine Rolle in anderen Autoimmunkrankheiten spielen. Denn EBI2 wird von besonders gefährlichen, sogenannten Th17-Zellen produziert, die eine Untergruppe der T-Helferzellen darstellen“, erläutert Dr. Kurschus. Bei T-Helferzellen handelt es sich um weiße Blutkörperchen, die eigentlich Krankheitserreger und Eindringlinge im Blut bekämpfen.
Bei Autoimmunkrankheiten wie beispielsweise Schuppenflechte oder der MS entfalten sie aber nachweislich eine gegenteilige Wirkung. Sie gelten daher als pathogene also krankheitsverursachende Immunzellen, da sie eigene Strukturen fälschlicherweise als fremd erkennen und bekämpfen.
Die Arbeit von Dr. Kurschus und seiner Arbeitsgruppe entstand im Wesentlichen am Institut für Molekulare Medizin der Universitätsmedizin Mainz. An den Untersuchungen waren unterschiedliche Labore im In- und Ausland beteiligt.
Weitere Informationen zur Studie: Wanke F, Moos S, Croxford AL, Heinen AP, Gräf S, Kalt B, Tischner D, Zhang J, Christen I, Bruttger J, Yogev N, Tang Y, Zayoud M, Israel N, Karram K, Reißig S, Lacher SM, Reichhold C, Mufazalov IA, Ben-Nun A, Kuhlmann T, Wettschureck N, Sailer AW, Rajewsky K, Casola S, Waisman A and Kurschus FC. EBI2 is highly expressed in multiple sclerosis lesions and promotes early CNS migration of encephalitogenic CD4 T cells. Cell Reports. 2017, Cell Reports 18, 1–15, January 31, 2017 DOI: dx.doi.org/10.1016/j.celrep.2017.01.020

Quelle: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz – 31.01.2017 / DMSG

Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. – 02.02.2017

MS: Schwere Nebenwirkung durch Alemtuzumab (Lemtrada®) beheben

 

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MS: Schwere Nebenwirkung durch Alemtuzumab beheben

Mittwoch, 18. Januar 2017

Bochum – Das Multiple-Sklerose-(MS-)Medikament Alemtuzumab kann schwere, unberechenbare Nebenwirkungen auslösen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team um Aiden Haghikia und Ralf Gold von der Klinik für Neurologie der Ruhr-Universität Bochum im Katholischen Klinikum Bochum. In Lancet Neurology berichten die Wissenschaftler von zwei Patienten, bei denen die Infusion von Alemtuzumab die Symptome erheblich verschlimmerte (2017; doi: 10.1016/S1474-4422(16)30382-9). Das Team beschreibt außerdem eine Therapie, die die schädlichen Nebenwirkungen erfolgreich eindämmte.

Der Antikцrper Alemtuzumab bindet das Protein CD52 hauptsächlich auf T- und B-Lymphozyten, was den Tod der Immunzelle zur Folge hat.

Multiple Sklerose ist die häufigste neurologische Erkrankung des jungen Erwachsenenalters. Sie zeichnet sich aus durch chronische Entzündungen im zentralen Nervensystem. Das Immunsystem des Körpers greift die Isolierschicht der Nervenfasern, das Myelin, an und schädigt so dauerhaft die Zellfortsätze.

Therapie: Inzwischen gibt es zehn verschiedene Klassen von Medikamenten, die speziell für die MS-Behandlung zugelassen sind und in Studien für wirksam befunden wurden. Dazu gehört auch Alemtuzumab, im Handel unter dem Namen Lemtrada erhältlich.

Aus den Zulassungsstudien war bereits bekannt, dass ein Viertel der behandel­ten Patienten meist leichte Nebenwir­kungen zeigt, sekundäre Autoimmun­prozesse. Dabei richten sich Immun­zellen gegen körpereigene Zellen, vorwiegend in der Schilddrüse; aber auch Niere oder Blutplättchen können betroffen sein.

Alemtuzumab löst neuen Entzün­dungs­modus aus

Die beiden beschriebenen Patienten erhielten Alemtuzumab, weil sie trotz anderer Therapien unter starken Krankheitsschüben mit Entzündungen im zentralen Nervensystem litten. Sechs Monate nach der Therapie hatten sich diese Symptome deutlich verschlechtert. Mit kernspintomografischen Untersuchungen entdeckten die Forscher eine Art neuen Entzündungsmodus. Sie fanden Bereiche im Gehirn, in denen sich das Kontrastmittel ringförmig in der weißen Substanz eingelagert hatte. Diese hatten die Patienten in ihrer bisherigen Krankheitsgeschichte nicht aufgewiesen. Bislang ist unklar, ob die beobachteten Probleme verschlimmerte MS-Symptome darstellen oder einen davon unabhängigen sekundären Autoimmunprozess.

Blutplasma-Austausch und Rituximab dämmen Nebenwirkungen wieder ein

In beiden Fällen konnten die Mediziner die Nebenwirkungen eindämmen, die beobach­teten ringförmigen Ablagerungen im Gehirn bildeten sich zurück. Auch ein Jahr nach der Behandlung waren die Patienten noch in einem stabilen Zustand. Neben einem Blut­plasma-Austausch behandelten sie beide mit dem Antikörper Rituximab. Das Medika­ment tötet fast sämtliche B-Lymphozyten ab. Die Forscher vermuten, dass genau diese Immunzellen hinter den Entzündungen stecken, die sie als Nebenwirkungen beobach­teten. „Dieser therapeutische Algorithmus könnte vielen MS-Patienten weltweit helfen, die unter ähnlichen Nebenwirkungen von Alemtuzumab leiden“, sagt Haghikia. © EB/gie/aerzteblatt.de

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Multiple%20Sklerose?

 

Bundesteilhabegesetz verabschiedet…

 

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Bundesteilhabegesetz verabschiedet

02.02.2017 – Multiple Sklerose kann zu Behinderungen führen. Ob das neue Gesetz wirklich zu mehr Teilhabe und Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen führt und ob die Änderungen ausreichen, ist umstritten.

Die Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von behinderten Menschen ist das Ziel des Bundesteilhabegesetzes (BTHG), das gerade noch rechtzeitig vor dem Jahreswechsel am 30.12.2016 in Kraft getreten ist. Dass der Zeitplan eingehalten werden konnte war keinesfalls selbstverständlich, denn der Gesetzesentwurf war bis zuletzt heftig umstritten. Zahlreiche Behindertenverbände hatten gegen den ursprünglichen Entwurf heftig protestiert und konnten dadurch noch wichtige Verbesserungen erreichen. In dem Beteiligungsverfahren der „Arbeitsgruppe Bundesteilhabegesetz“ haben auch Mitglieder und Mitarbeiter der AMSEL mitgewirkt und die Vorbereitung des Gesetzesverfahrens aktiv mitgestaltet.

Mit dem BTHG soll die UN-Behindertenrechtskonvention aus dem Jahre 2008 in nationales Recht überführt werden. Ob dies gelungen ist, darüber gehen die Meinungen weiterhin auseinander. Während die Gesetzesmacher das BTHG als großen sozialpolitischen Entwurf feiern und von einem grundlegenden Systemwechsel sprechen, sehen Kritiker in dem Gesetz nur einen ersten Schritt zur Verbesserung der Teilhabe von behinderten Menschen.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales beschreibt die Maßnahmen und Ziele des Bundesteilhabegesetzes wie folgt:

Frühzeitige Intervention

Die Träger von Reha-Maßnahmen, wie etwa die Bundesagentur für Arbeit oder die gesetzliche Rentenversicherung, sind zukünftig verpflichtet, frühzeitig drohende Behinderungen zu erkennen und einer chronischen Erkrankung oder Behinderung mit geeigneten präventiven Maßnahmen rechtzeitig entgegenzuwirken.

Verfahren
Ein Reha-Antrag reicht zukünftig aus, um Reha-Leistungen von verschiedenen Trägern zu erhalten. Die individuelle Unterstützung soll im Mittelpunkt stehen und ein Gerangel um Zuständigkeiten vermieden werden. Dafür werden die Regelungen zur Zuständigkeit und zur Einführung eines trägerübergreifenden Teilhabeplanverfahrens für alle Rehabilitationsträger gesetzlich definiert.

Unabhängige Beratung

Der Bund fördert auch mit finanziellen Mitteln ein träger- und leistungserbringerunabhängiges Netzwerk von Beratungsstellen für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige. Insbesondere Beratungen von Menschen mit Behinderungen durch Menschen mit Behinderungen sollen dabei angeboten werden.

Eingliederung und Teilhabe

  • Die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sollen verbessert werden. Für Lohnkostenzuschüsse und Unterstützung im Betrieb gibt es ein Budget für Arbeit in Höhe von 100 Mio. Euro.
  • Die Teilhabe an Bildung wird als selbständige Reha-Leistung konkretisiert. Assistenzleistungen für höhere Studienabschlüsse wie z.B. ein Masterstudium werden ermöglicht.
  • Die Leistungen zur sozialen Teilhabe werden neu strukturiert, ergänzt und konkretisiert.
  • Das Recht auf Elternassistenz wird neu geschaffen. Mütter und Väter mit Behinderungen erhalten damit einen klaren Anspruch auf die erforderlichen Leistungen bei der Versorgung und Betreuung ihrer Kinder.

Schwerbehindertenvertretung

Schwerbehindertenvertretungen in Unternehmen und Werkstätten erhalten mehr Rechte und Möglichkeiten, damit Menschen mit Behinderung mehr mitbestimmen können.

Systemwechsel bei der Eingliederungshilfe

Die Eingliederungshilfe wird aus der Sozialhilfe (SGB 12) herausgelöst und die Einkommens- und Vermögensanrechnung wird verbessert. Der Vermögensfreibetrag wird deutlich erhöht. Einkommen und Vermögen des (Ehe-)Partners sollen künftig nicht mehr angerechnet werden.

Qualitätskontrolle

Durch bessere Wirtschaftlichkeits- und Qualitätsprüfungen sowie Sanktionsmöglichkeiten soll sichergestellt werden, dass Leistungen auch tatsächlich erbracht werden und eine gute Qualität sichergestellt wird.

Das BTHG ist ein sogenanntes Artikelgesetz, durch das eine Reihe von Fachgesetzen, insbesondere aus dem Sozialrecht, geändert werden. Die einzelnen Gesetzesreformen des BTHG treten in 4 Stufen in Kraft. Die ersten Änderungen gab es bereits zum 1.1.2017, weitere Änderungen folgen 2018 sowie 2020 und 2022.

Wichtige Regelungen treten 2017 in Kraft: 

  • Bei der Eingliederungshilfe nach dem SGB 12 wird der Vermögensfreibetrag ab 1.4.2017 von aktuell 2.600 Euro auf zunächst 25.000 Euro erhöht. Ab 2020 soll der Freibetrag dann bis zu 50.000 Euro betragen.
  • Im Rahmen der Hilfe zur Pflege nach dem SGB 12 wird ein zusätzlicher Freibetrag von bis zu 25.000 Euro für die Lebensführung und die Alterssicherung anerkannt. Voraussetzung ist, dass dieser Betrag ganz oder überwiegend als Einkommen aus selbständiger und nichtselbständiger Tätigkeit der Leistungsberechtigten während des Leistungsbezugs erworben wird.
  • Im Schwerbehindertenrecht wird ein eigenes Merkzeichen für taubblinde Menschen eingeführt.
  • Haupt- und ehrenamtliche Personen, die Kontakt mit Leistungsberechtigten haben, dürfen nicht in Einrichtungen beschäftigt werden, wenn sie rechtskräftig wegen bestimmter Straftaten verurteilt sind. Vorgaben zur Vorlage eines entsprechenden Führungszeugnisses werden erstellt.

Damit sind wichtige Regelungen bereits umgesetzt, von denen auch MS-Betroffene profitieren können. Ob die Umsetzung der weiteren Schritte des BTHG im vorgesehenen Zeitrahmen erfolgen kann, hängt sicherlich auch davon ab, wie die Ergebnisse der noch in diesem Jahr anlaufenden modellhaften Erprobung der neuen Regelungen zur Eingliederungshilfe ausfallen. Das Gesetz ist zwar beschlossen, aber elementare Fragen zur Umsetzung sind noch zu klären.

Autor: Jürgen Heller, Dipl. Sozialarbeiter (FH)

Redaktion: AMSEL e.V.

MS: Stammzell­transplantation langfristig erfolgreich

 

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MS: Stammzell­transplantation langfristig erfolgreich

Montag, 6. Februar 2017

Denver – Eine autologe Stammzelltherapie könnte die effektivste Behandlung der Multi­plen Sklerose sein. In einer Phase-2-Studie waren fast alle Patienten mit der schub­förmig remittierenden Variante (RRMS) auch fünf Jahre nach der Behandlung noch ohne weiteren Krankheitsschub, wie eine Publikation in Neurology (2017; doi: 10.1212/WNL.0000000000003660) zeigt.

Die MS ist eine Autoimmunerkrankung, bei der T-Zellen die Myelin­schei­den der Neurone im zentralen Nervensystem angreifen. Die dauerhafte Beseitigung der autoreaktiven T-Zellen wäre deshalb ein plausibler Behandlungsansatz. Möglich ist dies durch eine hochdosierte „ablative“ Chemotherapie. Sie tötet allerdings nicht nur die T-Zellen, sondern alle Abwehrzellen sowie andere blutbildenden Zellen des Knochen­marks. Die Patienten können nur überleben, wenn sie im Anschluss an die Chemo­thera­pie eine Stammzelltherapie erhalten. Dabei können Stammzellen verwendet werden, die den Patienten vor der Chemotherapie entnommen und zwischenzeitig tief­gefroren wurden. 

Diese Behandlung ist jedoch riskant. Die Chemotherapie ist sehr belastend, und in der Zeit, bis die Stammzellen ein neues Immunsystem etabliert haben, sind die Patienten Krankheitserregern schutzlos ausgeliefert. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Stammzellen nicht in der Lage sind, ein neues blutbildendes Knochenmark zu eta­blie­ren. 

Es dauerte deshalb lange, bis die Behandlung bei der Multiplen Sklerose versucht wurde. Erste Erfolge wurden 2005 von Riccardo Saccardi von der Policlinico di Careggi in Florenz und Mitarbeitern gemeldet. Die Behandlung war bei 18 von 19 Patienten erfolgreich, die danach jahrelang ohne neue Läsionen in der Kernspintomographie (MRT) blieben.

Wie gefährlich die Therapie ist, mussten die Organisatoren der HALT-MS-Studie erfah­ren, die das US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) nach Publi­kation der italienischen Studie begonnen hatte. Zwei der 24 Patienten erlagen den Kom­plikationen der Behandlung. Ein dritter starb später an einer Progression der RRMS.

Die anderen Patienten haben jedoch langfristig von der Behandlung profitiert. Die meisten waren auch fünf Jahre nach der Behandlung noch in Remission (in den 18 Monaten vor Behandlungsbeginn hatten sie noch zwei oder mehr Schübe erlitten). Bei einigen soll es sogar zu einer Verbesserung der Mobilität und anderer körperlicher Fähigkeiten gekommen sein, wie das NIAID mitteilt.

Das Forscherteam um Richard Nash vom Colorado Blood Cancer Institute in Denver gibt das ereignisfreie 5-Jahres­überleben mit 69,2 Prozent an. 91,3 Prozent der Patienten seien ohne Krank­heitsprogression, 86,9 Prozent ohne Rezidiv am Leben und 86,3 Prozent ohne neue Läsionen in der MRT. Für NIAID-Direktor Anthony Fauci könnte eine einmalige Behand­lung mit einer hochdosierten Chemotherapie gefolgt von einer Stammzelltherapie wesent­lich effektiver sein als die besten verfügbaren Medikamente, die die Patienten dauerhaft einnehmen müssen.

© rme/aerzteblatt.de

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72892/Multiple-Sklerose-Stammzelltransplantation-langfristig-erfolgreich

 

Bunte Räder… Wheelchair einmal anders…

 

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Loopwheel… Rollstuhlräder mit Stoßdämpfer…

RehaCare 2016 in Düsseldorf. Als ich durch die Hallen rollte viel mir eine bunte Wand mit Rolli-Rädern auf. Aber es waren keine gewöhnlichen Räder… schön in Szene gesetzt… die Reifen von Loopwheel…

(c) Robert Courté 2016
(c) Robert Courté 2016

Bunte Räder und in allen Farben. Auch gibt es spezielle Greifreifen, die ein besseres Greifgefühl und besseren Halt geben. So stehen verschiedene Farben und Zubehörteile wie Steckachsen für verschiedene Modell zur Auswahl…

(c) Loopwheel
(c) Loopwheel

Heute habe ich die neuesten Information vom Hersteller erhalten. Die PDF mit ausführlicher Beschreibung (in deutsch) können sie hier herunter laden

https://www.loopwheels.com/products/wheelchairs

 

MS und Anti-LINGO-1 – Der Weg zu restaurativen MS-Therapien?

 

(c) lidwina-wissenschaft_anti-lingo-1

MS-Therapie: Anti-LINGO-1

Der Weg zu restaurativen MS-Therapien: Anti-LINGO-1

Die sogenannte Myelinscheide ist für das Fortleiten von Signalen innerhalb des zentralen Nervensystems von entscheidender Bedeutung. Ein Verlust des Myelins führt zu einer Verlangsamung dieser Weiterleitung. Dieser Vorgang kann im zeitlichen Verlauf der Erkrankung auch mit einem Schaden der Nervenfasern selbst bis hin zum Untergang von Nervenzellen verbunden sein.

Die Multiple Sklerose ist eine autoimmune, entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems, die sowohl Schäden im Gehirn als auch im Rückenmark hinterlässt. Nachdem entzündliche Zellen in das zentrale Nervensystem einwandern, kommt es dort zu einer sogenannten Demyelinisierung, d.h. die Isolationsschicht von Nervenfasern (Axonen) wird durch verschiedene zum Teil bekannte, zum Teil unbekannte Mechanismen geschädigt…..

Quelle: https://www.ms-gateway.de/themen/wissenschaft/ms-therapie-anti-lingo-1-494.htm

MS und Vitamin D…

Hochdosiertes Vitamin D hilft bei MS

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Von Thomas Müller – Unser Autor war beim ECTRIMS und hat eine Neuigkeit zur Multiplen Sklerose im Gepäck: Hochdosiertes Vitamin D kann offenbar die MS-Aktivität in frühen Krankheitsphasen dämpfen.

LONDON. Was die Initiatoren der SOLAR*-Studie wohl geritten hat, ausgerechnet NEDA (No Evidence of Disease Activity) als primären Endpunkt für eine Add-on-Behandlung mit Vitamin D zu wählen? Dieses Kriterium wird selbst mit den meisten immunmodulatorischen Basistherapien nur schwer erreicht.

Wenig überraschend ergaben sich in SOLAR bei diesem zusammengesetzten Endpunkt aus Schub-, Progressions- und Läsionsfreiheit keine signifikanten Unterschiede zwischen einer Behandlung mit Interferon beta-1a allein und in Kombination mit hochdosiertem Vitamin D.

Überraschend waren die Ergebnisse trotzdem. So wurden in der Gruppe mit der Kombitherapie weniger Schübe und MRT-Läsionen beobachtet. Damit könnte Vitamin D in der Tat die MS-Aktivität etwas bremsen.

Quelle: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/multiple_sklerose/article/919802/direkt-londoner-ms-kongress-hochdosiertes-vitamin-d-hilft-ms.html?

Gesetzentwurf – Legalisierung von Cannabis-Arzneimitteln

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Die Bundesregierung hat den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften vorgelegt.

20.11.2016 – Mit dem Gesetz soll die Verkehrs- und Verschreibungsfähigkeit von weiteren Cannabisarzneimitteln hergestellt werden, wie z. B. von getrockneten Cannabisblüten und Cannabisextrakten in standardisierter Qualität. Damit soll Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen nach entsprechender Indikationsstellung und bei fehlenden Therapiealternativen ermöglicht werden, diese Arzneimittel zu therapeutischen Zwecken in standardisierter Qualität durch Abgabe in Apotheken zu erhalten, so die Bundesregierung, ohne dass dabei die Sicherheit und Kontrolle des Betäubungsmittelverkehrs gefährdet wird. Für eine ausreichende qualitätsgesicherte Versorgung mit Cannabisarzneimitteln soll der Anbau von Cannabis ausschließlich zu medizinischen Zwecken in Deutschland ermöglicht werden.

Mit den Änderungen im Betäubungsmittelgesetz sind Änderungen in anderen Rechtsvorschriften verbunden. Das betrifft notwendige Anpassungen der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung und der Betäubungsmittel-Außenhandelsverordnung sowie Änderungen des Fünften Buches Sozialgesetzbuch zur Regelung der Erstattungsfähigkeit von Cannabisarzneimitteln. Für bestimmte Fälle soll eine Möglichkeit der Erstattung in der gesetzlichen Krankenversicherung geschaffen werden. Konkret betrifft dies die Versorgung mit Cannabisarzneimitteln in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten und die Versorgung mit Arzneimitteln mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon.

Weiterführende Hinweise:

Bundesrat Drucksache 233/16

Quelle: https://www.bundesanzeiger-verlag.de/nc/spezial-gesetze/feed/detail/artikel/legalisierung-von-cannabis-arzneimitteln-20493.html

In eigener Sache….

Einen letzten Gruß im Gedenken…

Volker - Ruhe in Frieden!
Volker – Ruhe in Frieden!

Ich habe die Gespräche und Treffen sehr genossen…

…und mir die Frage gestellt, warum immer die angenehmen und sympathischen Menschen so früh von uns gehen müssen und die Anderen mit ihrem Mist immer weiter machen können…

Eine Antwort habe ich nicht gefunden, aber eine Möglichkeit wäre, dass der da oben sich nur (leider) mit netten Menschen umgeben möchte…