MRT – Ema schränkt Verwendung von Kontrastmittel ein…

Magnetresonanz­tomographie: EMA schränkt Verwendung von Gadolinium-Kontrast­mitteln ein

Sonntag, 23. Juli 2017

(c) Entropia – stock.adobe.com

London – Eine mögliche Ablagerung von Gadolinium im Gehirn und anderen Organen veranlasst die Europäische Arzneimittel-Agentur, die Verwendung von sogenannten linearen Kontrastmitteln bei der Magnetresonanztomographie (MRT) einzuschränken und teilweise zu verbieten. Für die makrozyklischen Kontrastmittel gibt es keine Restriktionen.

Gadoliniumhaltige Kontrastmittel galten lange als unbedenklich, obwohl das Metall Gadolinium hochtoxisch ist. Gadolinium ist jedoch fest in Chelate gebunden, mit denen es nach kurzer Zeit wieder aus dem Körper ausgeschieden wird. Mittlerweile steht jedoch fest, dass sich Gadolinium unter bestimmten Bedingungen dauerhaft im Gewebe ablagern kann. Eine mögliche Folge ist die nephrogene systemische Fibrose, die 2006 mit der Verwendung von Gadolinium-Kontrastmitteln in Verbindung gebracht wurde. Dies hat zu einer Einschränkung der Kontrastmitteluntersuchung bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen geführt.

Seit einigen Jahren haben sich Hinweise verdichtet, dass Gadolinium auch im Gehirn abgelagert werden kann. Zuerst wurden bei Patienten, die mehrfach gadoliniumhaltige Kontrastmittel erhalten haben, persistierende Hyperintensitäten in späteten MRTs gesichtet, die ohne Kontrastmittel durchgeführt wurden. Später wurde die seltene Erde auch in Autopsien im Gehirn nachgewiesen. Die meisten Ablagerungen finden sich in den Basalganglien. Bislang konnten keine gesundheitlichen Schäden nachgewiesen werden. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass langfristig das Risiko von degenerativen Hirnerkrankungen ansteigen könnte.

Die makrozyklischen Kontrastmittel mit Gadobutrol, Gadotersäure und Gadoteridol sind nicht von den Einschränkungen betroffen. Sie dürfen weiterhin in ihren aktuellen Indikationen verwendet werden, die EMA rät allerdings dringend, die Kontrastmittel nur zu verwenden, wenn eine Kontrastbildgebung erforderlich ist. In diesem Fall sollte die niedrigst mögliche Dosis verwendet werden.

Quelle: © rme/aerzteblatt.de

Neues zur Lyphmdrainage

Lymphdrainage ab Stadium II wirtschaftlich

Im Diagnosenkatalog zum langfristigen Heilmittelbedarf ist das Lymphödem jetzt breiter gefasst.

BERLIN. Mitte März hatte der Gemeinsame Bundesausschuss eine Anpassung der Anlage 2 der Heilmittelrichtlinie (Diagnosen zum langfristigen Heilmittelbedarf) entsprechend neuer ICD-10-Klassifizierungen der Erkrankungen des Lymphsystems beschlossen. Dieser Beschluss ist nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 29. Mai jetzt in Kraft getreten. Infolgedessen sind jetzt auch Lymphödeme vom Stadium II als Erkrankungen mit langfristigem Heilmittelbedarf anerkannt. Darauf weist aktuell die KBV hin: „Dadurch unterliegen Verordnungen von manueller Lymphdrainage für Lymphödeme des Stadiums II und III nicht der Wirtschaftlichkeitsprüfung und die Ärzte werden entsprechend entlastet“. In den Praxisverwaltungssystemen werde die Änderung ab 1. Juli berücksichtigt, heißt es weiter.

Statt drei, jetzt 14 Diagnosen

Die aktuelle Version des ICD-10 ermögliche „erstmalig eine differenzierte und Stadien bezogene Abbildung des Lymphödems“, begründet der Gemeinsame Bundesausschuss die Änderung der Heilmittelrichtlinie. Bisher gab es zum Lymphödem drei Kodierungen: die ICD 189.0 („Lymphödem, andernorts nicht klassifiziert“), die 197.2 (Lymphödem nach Mastektomie“) sowie die Q82.0 („Hereditäres Lymphödem“). Die neue Klassifizierung differenziert dagegen in 14 Diagnosen.

Mit dem jüngsten GBA-Beschluss erfolgt zudem eine Klarstellung im Heilmittelkatalog, dass bei den Indikationen Prostatitis und Adnexitis (unter „4. sonstige Erkrankungen“, Zeile SO5) vorrangig Wärmetherapien mittels Peloidbädern oder auch Warmpackungen indiziert sind. Die bisherige Formulierung „Wärmetherapie (Peloidbäder)“, erläutert der GBA, hätte zu dem Missverständnis verleiten können, dass Wärmetherapie ausschließlich mittels Peloidbädern gemeint sei. Wörtlich lautet die Heilmittelvorgabe jetzt „Wärmetherapie (mittels Peloidbädern/Warmpackungen)“. (cw)

Quelle: Ärztezeitung.de